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Glossar

Fachbegriffe einfach erklärt

Willkommen im Glossar von KLARO! Hier finden Sie verständliche Erklärungen zu wichtigen Begriffen aus der Klär- und Abscheidetechnik.

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A

Ablaufklasse

Die Leistungsfähigkeit von Kleinkläranlagen ist in verschiedene Ablaufklassen eingeteilt, welche vom Deutschen Institut für Bautechnik vorgegeben wurden. Man unterscheidet generell die Ablaufklassen C, N, D, +P, +H. Die einzelnen Ablaufklassen sind untereinander variierbar. C = Kohlenstoffabbau N und D = zusätzlich Stickstoffabbau +P = zusätzlich Phosphatreduktion +H = zusätzlich Hygienisierung.

Abwasserverordnung

Das Einleiten von Abwasser in Gewässer unterliegt verschiedenen Anforderungen, die in der Abwasserverordnung geregelt sind. Im Bereich Kleinkläranlagen regelt die AbwV die Grenzwerte, die innerhalb der  Ablaufklassen näher definiert sind.

Abwasseraufbereitung

Abwasseraufbereitung umfasst alle Prozesse, mit denen verschmutztes Wasser in mobilen Kläranlagen, dezentralen Klärsystemen oder Containerkläranlagen so behandelt wird, dass es wiederverwendet oder sicher in Gewässer eingeleitet werden kann. Dazu gehören mechanische Vorreinigung, biologische Behandlung und chemisch-physikalische Verfahren wie Filtration, Desinfektion oder Membranprozesse. Moderne Lösungen ermöglichen eine effiziente Abwasserbehandlung auch an temporären oder abgelegenen Standorten.
Siehe auch: Abwasserbehandlung, Chemisch-physikalische Abwasserreinigung

Abwasserbehandlung

Die Abwasserbehandlung bezeichnet die Gesamtheit aller technischen, biologischen und chemischen Maßnahmen zur Entfernung von organischen Stoffen, Schwebstoffen, Stickstoff und Phosphor. In mobilen Kläranlagen, Containerkläranlagen oder Kleinkläranlagen kommt häufig das Belebtschlammverfahren oder SBR-Verfahren zum Einsatz, um eine effiziente Reinigung sicherzustellen. Diese Systeme eignen sich besonders für Baustellen, Camps oder abgelegene Einsatzorte.
Siehe auch: Biologische Abwasserreinigung, Mechanische Abwasserreinigung

Abwassercontainer

Ein Abwassercontainer ist ein ISO-Container, der als transportables Modul für mobile Kläranlagen dient. Darin können Vorreinigungseinheiten, SBR-Reaktoren oder Nachklärstufen integriert sein. Containerkläranlagen bieten eine schnelle, modulare und Plug-and-Play-Abwasserbehandlung, ideal für temporäre Projekte, Baustellen oder Notfalleinsätze.
Siehe auch: Mobile Kläranlage, Vorbehandlung im Container

Abwasserpufferung im Container

Die Abwasserpufferung in Containern gleicht schwankende Zulaufmengen aus und sorgt für eine gleichmäßige Beschickung biologischer Stufen. Diese Funktion ist entscheidend für mobile SBR-Anlagen, Containerkläranlagen auf Baustellen, Festivals oder Camps, um Überlastungen zu vermeiden und eine stabile Abwasserreinigung sicherzustellen.
Siehe auch: Vorbehandlung im Container, SBR-Verfahren

Abwasserreinigung

Abwasserreinigung bezeichnet alle Schritte, um Abwasser von organischen Belastungen, Schwebstoffen, Stickstoff und Phosphor zu befreien. In dezentralen Kläranlagen und Containerkläranlagen werden mechanische, biologische und chemisch-physikalische Verfahren kombiniert. Ziel ist die Einhaltung gesetzlicher Ablaufwerte für BSB5, CSB und Stickstoff, sodass das Wasser sicher eingeleitet oder wiederverwendet werden kann.
Siehe auch: Biologische Abwasserreinigung, Chemisch-physikalische Abwasserreinigung

Aerober Reaktor

Ein aerober Reaktor ist ein Belebungsbecken in SBR-Anlagen oder mobilen Containerlösungen, in dem Mikroorganismen unter Sauerstoffeintrag organische Schadstoffe abbauen. Die aerobe biologische Behandlung reduziert zuverlässig Stickstoff, BSB5 und andere organische Belastungen im Abwasser.
Siehe auch: SBR-Verfahren, Belüftungssystem

Aggregatraum

Der Aggregatraum einer Containerkläranlage beherbergt zentrale Komponenten wie Pumpen, Gebläse, Schaltschränke und Messgeräte. Durch Isolierung und Witterungsschutz wird die Technik auch bei extremen Temperaturen zuverlässig betrieben, was den Einsatz von mobilen Kläranlagen in allen Klimazonen ermöglicht.
Siehe auch: Steuer- und Schalttechnik, Energieversorgung

B

Begehbar / Befahrbar

Bei einem Konus (Abdeckung) unterscheidet man zwischen begehbar (5to.) oder befahrbar. Bei befahrbar gibt es eine weitere Differenrenzierung zwischen 12,5to. (PKW) und 40to. (LKW). Je nach Positionierung Ihrer Kleinkläranlage müssen Sie sich zwischen begehbar oder befahrbar entscheiden.

Bioreaktor / SBR Becken

Bei einer vollbiologischen Kleinkläranlage ist der mechanischen Vorklärung ein Bioreaktor (SB-Reaktor) nachgeschaltet. Im SBR-Becken findet die eigentliche biologische Reinigung statt. Dabei wechseln sich kurze Belüftungs- und Ruhephasen in einem kontrollierten Reinigungsprozess miteinander ab.

BSB5

Der biochemische Sauerstoffbedarf nach 5 Tagen gibt die Menge an Sauerstoff an, die innerhalb von 5 Tagen benötigt wird, um vorhandene organische Stoffe im Abwasser biologisch (durch Mikroorganismen) abzubauen. Die Vorgabe über die Höhe des Wertes resultiert aus der Abwasserverordnung.

Belebtschlammverfahren

Das Belebtschlammverfahren ist ein biologisches Verfahren zur Abwasserreinigung, bei dem Mikroorganismen organische Stoffe im Abwasser abbauen. Es wird in stationären Kläranlagen, mobilen SBR-Anlagen oder Containerkläranlagen eingesetzt und ermöglicht durch gezielte Steuerung von Belüftung und Schlammalter die effektive Entfernung von Stickstoff und Phosphor.
Siehe auch: Aerober Reaktor, SBR-Verfahren

Belüftungssystem (Feinblasbelüfter / Membranbelüfter)

Belüftungssysteme sorgen für Sauerstoffeintrag in aerobe Reaktoren und fördern die biologische Reinigung in mobilen Kläranlagen und Containerkläranlagen. Feinblas- oder Membranbelüfter maximieren die Sauerstoffausnutzung und verbessern die Effizienz der Abwasserbehandlung erheblich.
Siehe auch: Aerober Reaktor, Gebläse

Behördliche Anforderungen für Kleinkläranlagen

Kleinkläranlagen unterliegen gesetzlichen Vorgaben zur Einleitung von Abwasser, Ablaufkontrollen und Wartungspflichten. Auch mobile Kläranlagen und Containerkläranlagen müssen diese Anforderungen erfüllen, einschließlich Normvorgaben (DIN/EN, DWA) und Betreiberpflichten.
Siehe auch: Einleitgenehmigung, Wartungsvertrag Kläranlage

C

CSB

Der chemische Sauerstoffbedarf gibt die Menge an Sauerstoff an, die benötigt wird, um alle vorhandenen organischen Stoffe im Abwasser abzubauen - auch die nicht biologisch abbaubaren Stoffe. Die Vorgabe über die Höhe des Wertes resultiert aus der Abwasserverordnung.

Chemisch-physikalische Abwasserreinigung

Die chemisch-physikalische Abwasserreinigung entfernt Nährstoffe oder Schadstoffe durch Fällung, Flockung oder physikalische Separation. Sie wird in Kleinkläranlagen, Containerkläranlagen oder modularen Abwasserlösungen eingesetzt, insbesondere zur Phosphorreduktion oder industriellen Vorbehandlung.
Siehe auch: Abwasseraufbereitung, Vorbehandlung im Container

Containerbasierte Abwasserlösung

Eine containerbasierte Abwasserlösung bündelt alle Reinigungsstufen in ISO-Containern. Sie ist schnell aufstellbar, transportfähig und benötigt keinen Tiefbau. Ideal für temporäre Baustellen, abgelegene Standorte, Camps oder Festivals, bei denen mobile Kläranlagen effizient eingesetzt werden müssen.
Siehe auch: Abwassercontainer, Mobile Kläranlage

Containerkläranlage

Eine Containerkläranlage ist eine komplett ausgestattete Kläranlage in einem oder mehreren ISO-Containern. Sie enthält Vorbehandlung, SBR-Reaktoren, Nachklärung und Schlammstabilisierung. Durch die modulare Bauweise ermöglicht sie mobile, flexible und sofort einsatzbereite Abwasserlösungen für temporäre oder abgelegene Standorte.
Siehe auch: Containerbasierte Abwasserlösung, Vorbehandlung im Container

Containerrahmen / Containerbauweise

Der Containerrahmen gewährleistet Stabilität, Schutz der Technik und Transportfähigkeit von Containerkläranlagen. Standardisierte ISO-Container erlauben weltweiten Transport per LKW, Bahn oder Schiff und bilden die Basis für modulare, mobile Abwasserlösungen.
Siehe auch: Containerkläranlage, Technikcontainer

D

DIBt

Das Deutsche Institut für Bautechnik in Berlin ist zuständig für die Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen von Kleinkläranlagen, die Voraussetzung für den Einbau und Betrieb von Kleinkläranlagen sind.

DIN EN 12566

Deutsches Institut für Normung e.V. Die EN 12566 ist eine europäische Norm für Kleinkläranlagen bis zu 50 EW. Sie besteht insgesamt aus sieben Teilen, die zum Teil noch bearbeitet werden.

DIN 4261

Die DIN 4261 ist eine deutsche Restnorm, die insgesamt aus zwei Teilen besteht. In dieser Norm wurden eingehende Bestimmungen (Anwendung, Bemessung, Betrieb, Wartung, etc.) für Kleinkläranlagen getroffen.

Denitrifikation

Denitrifikation ist ein biologischer Prozess, bei dem Nitrat unter sauerstoffarmen Bedingungen zu gasförmigem Stickstoff reduziert wird. In mobilen SBR-Anlagen und Containerkläranlagen ist dieser Prozess zentral für die effiziente Stickstoffentfernung und zur Einhaltung gesetzlicher Ablaufwerte in der Abwasserreinigung.
Siehe auch: Nitrifikation, SBR-Verfahren

DWA-A 199

Die Richtlinie DWA-A 199 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) definiert Bemessungs- und Auslegungsgrundlagen für Kleinkläranlagen und dezentrale Abwasserlösungen. Sie ist eine zentrale Vorgabe für den sicheren Betrieb von mobilen Kläranlagen.
Siehe auch: DWA-M 115, DWA-M 210

DWA-M 115

Merkblatt der DWA zur Bemessung hydromechanischer Anlagen für die Abwasserbehandlung, z. B. Rechen, Siebe oder Sandfang. Relevant für Containerkläranlagen und mobile Kläranlagen, die mechanische Vorreinigung integriert haben.
Siehe auch: DWA-A 199, Vorbehandlung im Container

DWA-M 210

Merkblatt der DWA für die Auslegung und den Betrieb von SBR-Kläranlagen, auch in modularer oder containerbasierter Bauweise. Es beschreibt optimale Belüftungs- und Reaktorsteuerung für dezentrale Abwasserlösungen.
Siehe auch: SBR-Verfahren, Aerober Reaktor

E

Einwohnerwerte (EW) Berechnung bei Wohngebäuden

Kleinkläranlagen für Wohngebäude sind nach der Einwohnerzahl zu bemessen.

  • Je Wohneinheit >60 m2 mindestens vier EW
  • Je Wohneinheit <60 m2 mindestens zwei EW
  • Bei einem Zusammenschluss von mehr als drei Wohneinheiten oder Gebäuden (Gruppenlösungen) kann für diese zusätzlichen Wohneinheiten von diesen Mindestvorgaben abgewichen werden.

 

Energieversorgung (Stromanschluss / Dieselaggregat / PV-Unterstützung) bei dezentralen Kläranlagen

Die Energieversorgung ist entscheidend für den Betrieb von mobilen & dezentralen Kläranlagen. Abhängig vom Standort kommen Netzstrom, Dieselaggregate oder Photovoltaik-Lösungen zum Einsatz. Eine stabile Energieversorgung sichert die kontinuierliche Abwasserreinigung und den zuverlässigen Betrieb der Belüftungssysteme, Pumpen und Steuertechnik.
Siehe auch: Aggregatraum, Steuer- und Schalttechnik

Einleitgenehmigung

Die Einleitgenehmigung erlaubt die Ableitung von gereinigtem Abwasser in Gewässer oder Kanalisation. Betreiber von Kleinkläranlagen, Containerkläranlagen oder mobilen SBR-Systemen müssen gesetzliche Grenzwerte für Stickstoff, Phosphor, BSB5 und CSB einhalten.
Siehe auch: Behördliche Anforderungen, Abwasserreinigung

Eigenkontrolle / Überwachungspflicht

Betreiber von Kleinkläranlagen, Containerkläranlagen oder mobilen Abwasserlösungen müssen regelmäßige Kontrollen durchführen, Funktionsdaten protokollieren und Abläufe überwachen. Dies sichert die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und garantiert die kontinuierliche Abwasserreinigung.
Siehe auch: Fernüberwachung, Wartungsvertrag Kläranlage

F

Feinsieb / Rechen im Container

Mechanische Vorreinigungseinheiten wie Feinsiebe oder Rechen entfernen Grobstoffe, Fette und Hygieneartikel aus dem Abwasser. In Containerkläranlagen oder mobilen Kläranlagen schützen sie die biologische Stufe und erhöhen die Effizienz der Abwasserreinigung.
Siehe auch: Vorbehandlung im Container, Chemisch-physikalische Abwasserreinigung

Fernüberwachung / Telemetrie

Fernüberwachung ermöglicht den digitalen Zugriff auf Prozessdaten und Alarmmeldungen von dezentralen Kläranlagen oder Containerkläranlagen. Betreiber können so Betriebszustände analysieren, Parameter anpassen und Serviceeinsätze effizient planen, ohne vor Ort zu sein.
Siehe auch: Eigenkontrolle, Steuer- und Schalttechnik

Fernwartung

Fernwartung erlaubt die digitale Steuerung und Optimierung von Containerkläranlagen und mobilen SBR-Anlagen. Techniker können Parameter aus der Ferne einstellen, Fehler auslesen und den Betrieb der Abwasserreinigung optimieren.
Siehe auch: Fernüberwachung, Steuer- und Schalttechnik

G

Gewerbliches Schmutzwasser

Darunter versteht man industrielles Abwasser aus produzierenden Unternehmen, Gaststätten, etc.

Gebläse / Verdichter

Gebläse versorgen aerobe Reaktoren in SBR-Anlagen, Containerkläranlagen und mobilen Kläranlagen mit Sauerstoff. Sie sind entscheidend für die biologische Reinigung und den Abbau von organischen Stoffen, Stickstoff und BSB5.
Siehe auch: Belüftungssystem, Aerober Reaktor

H

Häusliches Schmutzwasser

Das gesamte Abwasser, das aus privaten Haushaltungen einer Kleinkläranlage zufließt.

Hygienisierung

Nach dem Abbau von Zehr- und Nährstoffen wird vermehrt die Hygienisierung des Abwassers angestrebt, um im biologisch gereinigten Abwasser Krankheitserreger zu eliminieren. Hierbei wird das biologisch gereinigte Abwasser z.B. mit UVC-Licht bestrahlt. Damit erreicht das in Kleinkläranlagen gereinigte Abwasser eine bessere Wasserqualität, was wiederum die Einleitung in sensible Gebiete (Karstoder Wasserschutzgebiete) ermöglicht.

Hebeanlage / Ablaufpumpe

Hebeanlagen fördern Abwasser in Containerkläranlagen oder mobilen Klärsystemen, wenn natürliche Gefälle nicht ausreichen. Sie sichern den kontinuierlichen Ablauf der Abwasserbehandlung und die stabile Funktion biologischer Reaktoren.
Siehe auch: Rohrleitungsanschlüsse, Aggregatraum

Humanitäre Kläranlagen / Krisengebietskläranlagen

Mobile Kleinkläranlagen oder Containerkläranlagen, die speziell für Krisengebiete oder Flüchtlingslager entwickelt wurden. Sie sind robust, energieeffizient und innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit, um die hygienische Abwasserbehandlung in Notfällen sicherzustellen.
Siehe auch: Mobile Kläranlage, Containerbasierte Abwasserlösung

I

ISO 14001 Umweltmanagement

ISO 14001 beschreibt Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem. Unternehmen, die Kleinkläranlagen, mobile Kläranlagen oder Containerkläranlagen betreiben, können durch ein strukturiertes Umweltmanagement die nachhaltige Abwasserbehandlung dokumentieren und optimieren.
Siehe auch: Umweltfreundliche Klärtechnik, Energieeffizienz

K

Klärschlamm

Die bei einer mechanischen und/oder biologischen Abwasserreinigung durch Sedimentation (Ablagern aufgrund der Schwerkraft) anfallenden Feststoffe.

Kleinkläranlagen

Überall dort, wo ein Anschluss an die Kanalisation wirtschaftlich nicht möglich ist, werden Kleinkläranlagen eingebaut. Kleinkläranlagen sind Anlagen zur Behandlung des im Trennverfahren erfassten häuslichen  Schmutzwassers mit einem täglichen Abwasseranfall bis zu 8 m3.
Nicht zugeleitet werden darf:

  • Gewerbliches und landwirtschaftliches Schmutzwasser (soweit es nicht mit häuslichem Schmutzwasser vergleichbar ist)

  • Kondensate aus Feuerstätten mit pH-Werten unter 6,5 den Kläranlagenbetrieb störende Inhaltsstoffe

  • Ablaufwasser von Schwimmbecken

  • Fremd- und Kühlwasser

  • Niederschlagswasser

Kleine Kläranlagen

Ab 50 EW bis 10.000 EW spricht man von Kleinen Kläranlagen. Anlagen für Einwohnerwerte von weniger als 50 sind Kleinkläranlagen.

Kompakte Klärsysteme

Kompakte Klärsysteme integrieren alle wichtigen Reinigungsstufen auf engem Raum. Sie kommen in Containerkläranlagen, mobilen SBR-Anlagen oder platzsparenden Kleinkläranlagen zum Einsatz. Vorteile: schnelle Installation, modulare Bauweise, einfache Wartung.
Siehe auch: Mobile Kläranlage, Containerbasierte Abwasserlösung

Kläranlage für Baustellen, Camps, Festivals, Hotels, Resorts, Offshore-Plattformen

Spezielle mobile Kläranlagen oder Containerlösungen, die flexibel auf temporären oder abgelegenen Standorten installiert werden. Sie bieten effiziente Abwasserreinigung ohne Tiefbau und sind sofort einsatzbereit.
Siehe auch: Containerkläranlage, Temporäre Abwasserlösung

L

Landeswassergesetz

Da das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) bis zum 1. März 2010 lediglich ein Rahmengesetz darstellte, wurden in den LWG der einzelnen Bundesländer alle weiteren Einzelheiten, die über die Rahmengesetzgebung hinaus gingen, geregelt. Diese Sachlage hat sich seit der Umstellung des WHG zu einem Vollgesetz geändert und die Landeswassergesetze können nur noch eingeschränkt Abweichungen beschließen oder sogenannte Öffnungsklauseln ausnutzen.

M

Mehrkammergruben

Mehrkammergruben (Mehrkammerfaulgruben) stellen die ursprüngliche Methode der Abwasserreinigung dar. Eine Mehrkammergrube besteht in der Regel aus zwei bis drei Kammern, durch die der Feststoffanteil effektiv zurückgehalten wird. Mehrkammergruben haben üblicherweise eine Größe von 0,3 m³/E (Mindestvolumen 3 m³) und müssen mindestens einmal jährlich entleert werden. Mehrkammergruben mit einer Größe von 1,5 m³/E (Mindestvolumen 6 m³) werden als Mehrkammerausfaulgruben zu den biologischen Kläranlagen gezählt. Die heutigen Anforderungen können Mehrkammergruben nicht erfüllen und müssen deshalb zu biologischen Kleinkläranlagen nachgerüstet werden.

Monolithischer Behälter

Der Behälter ist aus einem Stück. Das Pendant dazu ist bei einem Betonbehälter z.B. die Ringbauweise. Der Vorteil bei monolithischen Behältern ist, dass diese eine gute Stabilität und Wasserdichtheit aufweisen.

Mobile Abwasserbehandlung

Flexible Abwasserreinigungslösungen, die an wechselnden Standorten eingesetzt werden. Mobile Kläranlagen oder Containerkläranlagen können auf Baustellen, Festivals oder Kriseneinsätzen genutzt werden. Sie bieten schnelle Installation, modulare Bauweise und zuverlässige Abwasserreinigung.
Siehe auch: Mobile Kläranlage, Containerbasierte Abwasserlösung

Mobile Kläranlage

Transportfähige, modulare Kläranlage in Containerbauweise. Sie ist besonders für temporäre Standorte geeignet und integriert mechanische Vorbehandlung, biologische SBR-Reaktoren und Nachklärung. Vorteile: sofort einsatzbereit, flexible Kapazität, energieeffizient.
Siehe auch: Containerkläranlage, Mobile SBR-Anlage

Mobile SBR-Anlage

SBR (Sequencing Batch Reactor) Verfahren in Containerbauweise. Alle Prozessschritte – Füllen, Belüften, Sedimentieren und Abziehen – erfolgen in einem Modul. Ideal für mobile Kläranlagen oder temporäre Abwasserlösungen.
Siehe auch: SBR-Verfahren, Aerober Reaktor

N

Nachklärung

Letzte Stufe der Kläranlage. In dieser Stufe setzt sich der mitgeführte Schlamm ab, bevor das gereinigte Wasser die Anlage verlässt. Bei SBR-Anlagen entfällt das Nachklärbecken. Das Absetzen geschieht direkt im Belebungs- bzw. SBR-Becken.

Nitrifikation

Biologischer Prozess, bei dem Ammonium in Nitrat umgewandelt wird. In Containerkläranlagen und mobilen SBR-Anlagen ist die Nitrifikation entscheidend für die Stickstoffentfernung und die Einhaltung gesetzlicher Ablaufwerte in der Abwasserreinigung.
Siehe auch: Denitrifikation, SBR-Verfahren

P

Primärschlamm

Feste Bestandteile des Abwassers, welche sich in der ersten Kammer einer Kleinkläranlage absetzen.

Prüfung nach EN12566-3

Dies ist das gängige Prüfverfahren für Kleinkläranlagen in Europa. Dabei wird eine Original-Kläranlage bei einem Prüfinstitut installiert und über einen Zeitraum von mindestens 38 Wochen mit echtem Abwasser auf Herz und Nieren getestet. Dabei werden ständig Proben von Zu- und Ablauf genommen. Bei diesem sehr realitätsnahen Test wird auch betrachtet, wie sich die Anlage verhält während der Anfahrphase, bei Über- und Unterlast, bei Störungen wie 24h Stromausfall, bei zeitweisem Wegfall des Zulaufs (Urlaub) usw. Außerdem werden Stromverbrauch und Schlammanfall dokumentiert. Die wichtigsten Ergebnisse werden im Prüfzeugnis zusammengefasst. Die Prüfzeugnisse werden auch in vielen Ländern außerhalb Europas anerkannt.
Die Erst-Prüfung einer KLARO-SBR-Kleinkläranlage erfolgte bereits im Jahr 2000/2001. Im Laufe der Jahre wurde die Anlage immer wieder technisch verbessert und neu geprüft. Auch Anlagen mit zusätzlichen Reinigungsstufen wie P-Fällung oder Hygienisierung (Abwasserdesinfektion) mussten gesondert geprüft werden. Unsere Anlagen haben bei allen Prüfungen stets sehr gut abgeschnitten.
Hier geht’s zum aktuellen Prüfzeugnis der KLARO-Anlage.
Wenn Sie mehr erfahren möchten über weitere Testergebnisse, dann nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Phosphatfällung / Phosphorreduktion

Chemischer Prozess zur Entfernung von Phosphaten durch Fällung in Kleinkläranlagen, Containerkläranlagen oder mobilen SBR-Anlagen. Unterstützt die Einhaltung strenger Ablaufgrenzwerte und schützt Gewässer vor Überdüngung.
Siehe auch: Chemisch-physikalische Abwasserreinigung, Abwasserreinigung

Plug-and-Play Kläranlage

Vorkonfektionierte Containerkläranlage, die sofort einsatzbereit ist. Ideal für Baustellen, Camps oder temporäre Abwassersituationen, da mechanische Vorbehandlung, SBR-Reaktoren und Nachklärung bereits integriert sind.
Siehe auch: Mobile Kläranlage, Containerbasierte Abwasserlösung

Pufferbehälter / Ausgleichsbehälter

Behälter, der hydraulische Spitzen abfängt und die Zulaufmenge für biologische Reaktoren stabilisiert. In Containerkläranlagen und mobilen SBR-Anlagen sorgt er für eine gleichmäßige Abwasserbehandlung und Prozessstabilität.
Siehe auch: Abwasserpufferung im Container, Vorbehandlung im Container

R

Regenwasser

Regenwasser darf nicht in die Kleinkläranlage geleitet werden. Eine Verdünnung des Abwassers hat eine negative Auswirkung auf den Reinigungseffekt. Zudem kann es die Anlage hydraulisch überlasten.

Ringbauweise

Betonbehälter können mittels Ringbauweise vor Ort aufgestellt werden. Hierbei klebt man Ring für Ring übereinander, bis man die gewünschte Tankgröße erreicht hat. Der Vorteil ist, dass der Transport einfacher ablaufen kann. Der Nachteil ist, dass die Dichtigkeit zwischen den einzelnen Ringen nachlassen kann.

Rohrleitungsanschlüsse (DN-Anschlüsse)

Standardisierte Rohrdurchmesser für Zu- und Ablaufleitungen in Containerkläranlagen oder mobilen Kläranlagen. Sichern die hydraulische Funktionsfähigkeit und vereinfachen Montage, Wartung und Austausch von Komponenten.
Siehe auch: Einbindehöhe, Hebeanlage

S

Schaltschrank

Der Schaltschrank ist der Kopf unserer Kleinkläranlage. In diesem befinden sich u.a. die Steuerung, der Verdichter, die Magnetventile, aber auch die die zusätzlichen Komponenten, wie bspw. die Phosphatpumpe oder das Modem für die Fernüberwachung. Man unterscheidet beim Schaltschrank zwischen Außenschaltschrank (im Freien aufstellt) und Innenschaltschrank (im Gebäude, Haus, Hütte aufgestellt).

Stickstoffreduktion

Elimination des im Klärwasser enthaltenen Stickstoffs. Der Stickstoffabbau erfolgt biologisch mit Hilfe bestimmter Stämme von Mikroorganismen. Anlagen mit zusätzlicher Nitrifikation schaffen mit besonders  intensiver Belüftung optimale Lebensbedingungen für nitrifizierende Bakterien, welche Ammonium (NH4) in Nitrat (NO3) umbauen. Bei Anlagen, die darüber hinaus für zusätzliche Denitrifikation ausgelegt sind, wird über kurze Belüftungsstöße am Beginn der Belüftungsphase eine Umwälzung des Wassers und Anregung der denitrifizierenden Bakterien erreicht, welche Nitrat (NO3) in elementaren Stickstoff (N2) umwandeln.

Schlammalter

Das Schlammalter beschreibt die Verweildauer des Belebtschlamms in einem Reaktor. In SBR-Anlagen, Containerkläranlagen oder mobilen Kläranlagen ist er entscheidend für biologische Stabilität, Stickstoffentfernung und Prozesssteuerung.
Siehe auch: SBR-Verfahren, Aerober Reaktor

SBR-Verfahren

Sequencing Batch Reactor (SBR) ist ein zeitlich gesteuertes Belebtschlammverfahren. Alle Schritte – Füllen, Belüften, Sedimentieren und Abziehen – erfolgen in einem Modul.
Siehe auch: Aerober Reaktor, Mobile SBR-Anlage

Steuer- und Schalttechnik

Elektronische Steuerungssysteme regeln Belüftung, Pumpen, Sensorik und Reaktorzyklen in Containerkläranlagen und mobilen Kläranlagen. Automatisierte Steuerung optimiert die Abwasserreinigung und reduziert Serviceeinsätze.
Siehe auch: Aggregatraum, Fernüberwachung

T

Temporäre Abwasserlösung

Kurzfristig einsetzbare mobile Kläranlage oder Containerkläranlage. Ideal für Baustellen, Events, Krisenregionen oder Übergangsphasen. Bietet modulare, sofort einsatzbereite Abwasserbehandlung ohne Tiefbau.
Siehe auch: Mobile Kläranlage, Containerbasierte Abwasserlösung

U

Überschussschlamm

Überschussschlamm ist der beim Belebungsverfahren kontinuierlich zuwachsende überschüssige Belebtschlamm.

Unterlast

Unterlast ist ein häufig diskutiertes Thema bei Kleinkläranlagen. Manche Anlagentypen haben Schwierigkeiten die Ablaufwerte einzuhalten, wenn Zulaufmengen oder –frachten schwanken. Dies ist in der Praxis aber häufig der Fall! Wir haben dazu bereits im Jahr 2011 die KLARO-Anlage einem freiwilligen Härtetest unterzogen, um zu demonstrieren, dass unsere Anlage mit verschiedenen Unterlast-Szenarien, welche über das normale Prüfprogramm hinausgehen, gut zurecht kommt. Die Anlage wurde dazu über mehrere Wochen mit verschiedenen Niedriglasten (50%, 25%, 0%) gefahren.  Die Ablaufwerte wichen dabei kaum von denen im Nominalbetrieb ab und lagen stets weit unter den üblichen Grenzwerten.

Unterlast / Teillastbetrieb

Betrieb einer Kleinkläranlage, Containerkläranlage oder mobilen Kläranlage mit geringerer Belastung als bemessen. Moderne SBR-Systeme passen sich automatisch an, um eine stabile Abwasserreinigung sicherzustellen.
Siehe auch: SBR-Verfahren, Vollautomatische Steuerung

V

Vorklärung

Das Ziel der Vorklärung ist die Abscheidung von Grobstoffen aus dem Abwasser durch die Schwerkraft. Das heißt das Abwasser wird vorgereinigt. Durch die Vorklärung wird die weiterführende biologische Stufe entlastet.

Vollautomatische Steuerung

Automatische Regelung aller Betriebsabläufe in Containerkläranlagen und mobilen SBR-Anlagen. Steuerung von Belüftung, Pumpen und Prozesswerten sorgt für effiziente Abwasserbehandlung auch ohne ständige Überwachung.
Siehe auch: Steuer- und Schalttechnik, Fernwartung

W

Wasserrechtliche Erlaubnis

Eine Genehmigung von Behörden der Stadt und Landesverwaltung (z.B. Untere Wasserbehörde), die die Einleitung von gereinigten Abwasser in oberirdische Gewässer bzw. in das Grundwasser bewilligt.

Wartungsvertrag Kläranlage

Vertragliche Vereinbarung zur regelmäßigen Kontrolle, Wartung und Funktionsprüfung von Kleinkläranlagen, Containerkläranlagen oder mobilen Kläranlagen. Gewährleistet die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und eine kontinuierliche Abwasserreinigung.
Siehe auch: Eigenkontrolle, Fernwartung

Winterfest / Frostschutz bei Kläranlagen

Maßnahmen wie Isolierung, Rohrbegleitheizung und frostgeschützte Aggregaträume sichern den Betrieb von Containerkläranlagen oder dezentralen Kläranlagen auch bei Minusgraden.
Siehe auch: Aggregatraum, Mobile Kläranlage

Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL)

EU-Richtlinie zur Verbesserung der Wasserqualität und des Gewässerschutzes. Grundlage für Abwasserreinigung, Ablaufgrenzwerte und Betrieb von Kleinkläranlagen, Containerkläranlagen und mobilen Abwasserlösungen.
Siehe auch: Einleitgenehmigung, Abwasserbehandlung

Z

Zulauf / Zufluss

Der Zulauf bezeichnet das Abwasser, das in Containerkläranlagen, mobile Kläranlagen oder Kleinkläranlagen eintritt. Die Menge, Zusammensetzung und Schwankungen des Zuflusses beeinflussen die biologische und chemische Abwasserbehandlung sowie die Auslegung von Reaktoren, Belüftungssystemen und Vorbehandlungsstufen.
Siehe auch: Abwasserpufferung im Container, Vorbehandlung im Container

Zulaufhöhe

Die Zulaufhöhe bezeichnet den vertikalen Anschluss von Zu- oder Ablaufleitungen in Containerkläranlagen oder mobilen Kläranlagen. Sie ist entscheidend für den hydraulischen Betrieb und die stabile Abwasserbehandlung.
Siehe auch: Rohrleitungsanschlüsse, Vorbehandlung im Container

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