Gewerbliches Abwasser

Gewerbliches Abwasser

Was versteht man unter gewerblichem Abwasser?

 

Gewerbliche Abwässer entstehen bei Produktions- und Verarbeitungsprozessen in der Industrie und im Gewerbe. Größtenteils handelt es sich um Spülwasser, dass bei Reinigungsarbeiten anfällt. Manchmal kommen auch häusliche Abwässer von Sanitärbereichen oder Wohnhäusern hinzu. Generell können solche Abwässer je nach Branche sehr unterschiedlich beschaffen sein. Die Zulaufmengen, -frachten und -konzentrationen sowie die pH-Werte unterliegen zumeist starken Schwankungen. Auch der Einfluss von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln wirkt störend.

Für eine biologische Reinigung kommen vor allem Abwässer aus dem Bereich der Lebensmittelherstellung in Frage.

Generell ist die KLARO-SBR-Technik Dank ihrer Flexibilität und Robustheit für solche Anwendungen sehr gut geeignet. Jedes Projekt bedarf aber einer individuellen Betrachtung.

Brauereien

Das gewerbliche Abwasser von Brauereien stammt meist aus der Reinigung von Produktionsanlagen und kann Grobstoffe, wie Scherben, Etiketten, Treber und Kronkorken enthalten.

Im Wochenverlauf können starke Schwankungen von Abwassermengen- und frachten, sowie pH-Werten auftreten.

Grundsätzlich gilt das Wasser aufgrund eines günstigen CSB/BSB-Verhältnisses als gut biologisch abbaubar, wobei die Zulaufkonzentrationen höher liegen, als beim häuslichen Abwasser (BSB5 – Werte bis 4.000 mg/l).

Brauerei

Verfahrenskonzept

Aufgrund diverser Grobstoffe, die im Abwasser enthalten sein könnten, sollte für Brauereien auf eine Vorklärung zurückgegriffen werden. Diese erfüllt folgende Funktionen:

  • Rückhalt von Grobstoffen und Ausgleich von schwankenden Zulaufwerten
  • Speicherung des Zulaufwassers
  • Schlammspeicher


Anschließend erfolgt die Reinigung nach dem KLARO SBR-Verfahren.

 

Anlagenbeispiel

Anlagenbeispiel für 60 EW von einer Brauerei mit einem Bierausstoß von 1.000 hl/Bier pro Jahr:

Brauerei Anlagenbeispiel

Milchverarbeitungsbetriebe

Das gewerbliche Abwasser von Milchverarbeitungsbetrieben stammt aus der Reinigung von Produktionsanlagen. Meist handelt es sich dabei um Weißwasser aus der Milchproduktion oder auch um Weißwasser mit Molke aus der Käseherstellung.

Manche Produktionsbereiche weisen ebenfalls hohe Anteile an lipophilen Stoffen (Fette) und P-Frachten auf. Grundsätzlich liegen die Zulaufkonzentrationen höher als bei häuslichem Abwasser (BSB5-Werte bis 3.000 mg/l).

Ein gutes CSB/BSB-Verhältnis begünstigt die biologische Abbaubarkeit.

Milchverarbeitungsbetrieb

Verfahrenskonzept

Damit der biologische Abbau nicht durch zu viele lipophile Stoffe behindert wird, sollte der Anlage ein KLARO Fettabscheider vorgeschaltet werden. Dieser dient zusätzlich zur pH-Neutralisation.

Die weitere Vorklärung erfüllt folgende Funktionen:

  • Ausgleich von schwankenden Zulaufwerten
  • Speicherung des Zulaufwassers
  • Schlammspeicher

 

Anlagenbeispiel

Anlagenbeispiel 18 EW, davon 12 EW von einem Milchbauernhof mit einem Milchausstoß von 1.000 l/Tag
bzw. 1,8 m³/Tag Weißwasser und einem häuslichen Abwasseranschluss von 6 EW.

Milchverarbeitungsbetrieb Anlagenbeispiel

Weinbaubetriebe

Das gewerbliche Abwasser von Weinbaubetrieben stammt aus der Reinigung von Produktionsanlagen und kann Grobstoffe wie Beerenreste, Etiketten- und Korkreste, Weinstein und Filterrückstände enthalten.

Durch stark saisonalen Betrieb variieren pH-Werte, Abwassermenge und –frachten erheblich. Aufgrund des günstigen CSB/BSB-Verhältnisses gilt das Abwasser als gut biologisch abbaubar und weist niedrige P- und N-Gehalte auf.

Die Zulaufwerte können bis BSB5 4.000 mg/l steigen. Häufig hat man einen kombinierten Zulauf aus häuslichem und gewerblichem Abwasser.

Weinbaubetrieb

Verfahrenskonzept

ufgrund des saisonalen Hochbetriebs während der Weinlese wird ein zweistraßiges SBR-Verfahren empfohlen. Grobstoffe wie Beerenreste müssen bereits vor der Anlage zurückgehalten werden.

Eine Vorklärung vor der biolog. Reinigung erfüllt folgende Funktionen:

    • Rückhalt von Grobstoffen; Ausgleich von schwankenden Zulaufwerten
    • Speicherung des Zulaufwassers
    • Schlammspeicher

     

    Anlagenbeispiel

    Anlagenbeispiel 90 EW von einer Winzerei mit einem Weinausstoß von 100.000 l/Wein pro Jahr.

    Weinbaubetrieb Anlagenbeispiel